LIGATO - Ein erstes Spiele-ReMake aus der DDR

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LIGATO – Spiele-Remake aus der DDR

Mit der App LIGATO veröffentlichten Martin Thiele und Michael Geithner bereits vor Bürokratopoly ein erstes Spiele-ReMake aus der DDR. Die Geschichte dieses Brettspiels ist zwar etwas weniger politisch, doch bei Weitem nicht weniger kurios. Lesen Sie selbst: 

Fast 30 Jahre verschwunden, jetzt als kostenlose App

Pünktlich zum Jahrestag des Mauerfalls ist ein neues Strategiespiel zum Kalten Krieg erschienen. Die kostenlose App „LIGATO“ beruht auf einem Brettspiel, das vor fast 30 Jahren erfunden, aufgrund der turbulenten Wendezeit aber nie produziert wurde und jetzt erstmals das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Das entfernt an Backgammon oder Reversi erinnernde Strategiespiel ist durchgängig im flachen, kontrastreichen Comic-Stil gehalten und überzeugt neben der opulenten Grafik mit einem epischen Soundtrack.

Das Spiel bietet zahlreiche Mini-Herausforderungen, drei Schwierigkeitsstufen, eine optionale Multiplayer-Funktion und vielfältige Statistiken. Mit dem Lösen der Herausforderungen schaltet der Spieler die wahre Entstehungsgeschichte von LIGATO frei, die in liebevollen Illustrationen und anhand einiger historischer Originaldokumente erzählt wird.

Die wahre Geschichte von LIGATO

Hinter der Entwicklung der LIGATO-App stehen Martin Thiele und Michael Geithner in Zusammenarbeit mit dem DDR Museum. Im Rahmen ihres Projekts „Nachgemacht – Spielekopien aus der DDR“ haben sie bereits zuvor die unbekannte Spielekultur des Arbeiter- und Bauernstaats aufgearbeitet. Die zahlreichen so entdeckten Brett- und Gesellschaftsspiele dokumentierten sie in mehreren Ausstellungen und einem Buch zum Thema. Dabei lernten sie Lothar Schubert kennen, den Erfinder von LIGATO und einiger weiterer Brettspiele.

Nachdem er vier seiner Spiele an Volkseigene Betriebe (VEB) verkauft hatte, ohne dass sie produziert wurden, sollte sich das mit seinem fünften Spiel ändern – aber nur für kurze Zeit. Denn schon nach den ersten drei produzierten LIGATO-Exemplaren wurden die Maschinen wieder abgeschaltet. Schubert erhielt einen Brief, in dem von „Umstrukturierungsmaßnahmen” die Rede war. Der Brief traf Mitte 1990 ein – die Mauer war gefallen.

Zwei der produzierten LIGATO-Exemplare sind verschwunden, nur ein Original existiert bis heute. Lothar Schubert hat seither keine Spielidee mehr verkauft. Die unglückliche Geschichte von LIGATO nahmen Geithner und Thiele zum Anlass, das Spiel selbst nach und bekannt zu machen.

Bits und Bytes statt Schere und Leim

Dabei setzen die beiden nicht auf Schere und Leim, sondern auf moderne Mittel: Nun ist der Bildschirm von iPhones und iPads der Mittelpunkt des Spiels. Die App erscheint am 9. November, dem Jahrestag des Mauerfalls, und ist im App Store kostenlos erhältlich. Eine Version für Android-Geräte wird in Kürze folgen.

Das Spiel ist komplett kostenlos spielbar, kann jedoch durch optionale In-App Käufe um zusätzliche Features wie einen Undo-Button oder den Multiplayer-Modus erweitert werden, ohne dass so direkte Spielvorteile entstehen. Die Fakten zur App im Überblick

  • Plattformen: iOS (Android folgt)
  • Preis: kostenlos (optionale In-App-Käufe)
  • Spieleranzahl: Singleplayer (1 Spieler gegen Computer) oder Multiplayer (1 gegen 1)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Russisch
  • Genre: agonales Strategiespiel / Brettspiel

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